Das war der Disability Confidence Day 2023

Mehr als 200 Unternehmensvertreter:innen haben sich am 18. September im Hilton Vienna Park Hotel zusammengefunden, um im Rahmen des achten Disability Confidence Days die Inklusion von Menschen mit Behinderungen und chronischen Erkrankungen in der Wirtschaft in den Mittelpunkt zu rücken.

14:00 – Hereinspaziert!

Am Nachmittag des 18. Septembers versammelten sich über 200 Unternehmensvertreter:innen beim DisAbility Confidence Day, um in den Austausch zum Thema Wirtschaft und Behinderung zu treten. Die Veranstaltung bot ein vielfältiges Programm mit informativen Workshops, inspirierenden Talks, ein hohes Maß an Barrierefreiheit und viele Gelegenheiten neue und bekannte Gesichter zu treffen. Der Disability Confidence Day ist das Hauptevent des myAbility Wirtschaftsforums

15:00 – Workshops, die Horizonte erweitern

In unseren ausgebuchten Workshops teilten Expert:innen ihr Wissen mit den Teilnehmenden. Wir waren begeistert über das große Interesse und den wertvollen Austausch. Ein besonderer Dank geht an UniCredit Bank Austria AG & Christian Schinko,UNIQA Insurance Group AG & Ulrike Kienast-Salmhofer, Takeda & Christian Bugl für die Unterstützung und Begrüßung! 
 
Die Workshops widmeten sich aktuellen Themen und gaben Raum für Fragen und Anregungen.

Diese sechs Workshops standen unseren Gästen zur Auswahl: 

Wie kann die Inklusion von Personen mit chronischen Erkrankungen in der Arbeitswelt gelingen

Weg von Nine-to-Five, hin zu flexiblen Arbeitsmodellen – zwei Expert:innen in eigener Sache gaben Einblicke in Maßnahmen, die Inklusion von Personen mit chronischen Erkrankungen in der Arbeitswelt vorantreiben können und zeigten, dass man dafür nicht immer das Rad neu erfinden muss. Ihre Erfahrungsberichte gaben den Teilnehmenden außerdem die Möglichkeit, ein besseres Verständnis über dynamische und unsichtbare Behinderungen zu erhalten. 
Mit Andrea Strohriegl (Bloggerin) und Michael Zakall 

Behinderung im Diversitätskontext Gender und LGBTQIA+ 

Menschen mit Behinderungen sind keine homogene Gruppe – ihre Lebensrealitäten unterscheiden sich je nach Geschlecht, Alter, Herkunft, Einkommen. Intersektionalität – also das Betrachten unterschiedlicher Diversitätsdimensionen – ist wesentlich für das Vorantreiben von Inklusion. Nur so können Maßnahmen geschaffen werden, die ein Unternehmen zu einem Safe Space für alle machen. 
Mit Heidemarie Egger (Expertin), Lena/Robert Öllinger und Sandra Schmidhofer   

Vorsprung im Recruiting durch Inklusion 

Zu teuer, zu schwierig, lohnt sich nicht – Mythen rund um die Einstellung von Menschen mit Behinderungen gibt es zahlreiche. Dabei erleichtert inklusives Recruiting nicht nur den Zugang zu einem breiteren Talentpool. Niederschwellige Initiativen und Sensibilisierungs-Workshops innerhalb der Firma können dabei helfen, Überforderung und Ängste abzubauen. Stärkere Mitarbeiterbindung verringert die Kosten für die Personalgewinnung erheblich. Ein inklusives Unternehmen bereitet sich darauf vor, Mitarbeitende, die im Laufe ihres Lebens eine Behinderung oder chronische Erkrankung entwickeln, zu unterstützen und schafft Arbeitsplätze, die es ermöglichen, im Unternehmen zu bleiben. 
Mit Adela Nemcová (Takeda), Georg Levnaic und Viviane Martin 

Erleben Sie assistive Technologie von unseren Expert:innen!  

Ob Hörbücher oder Sprachassistenz – Menschen mit Behinderungen und ihre assistiven Technologien haben schon immer Innovationen hervorgebracht, von denen alle Menschen profitieren. Assistive Technologien sind in einer breiten Palette von Anwendungsbereichen relevant. Weil früher vor allem als Hilfsmittel verstanden, wirken assistive Technologien heute in einem gegenseitigen Austausch mit anderen Aspektender Digitalisierung als grundlegender Baustein aller Nutzer:innenerlebnisse aktiv mit: Vom Gaming-Bereich bis in die Bildungsunterstützung, vom Arbeitsleben in die Freizeit. 
Mit Natascha Toman, Fredrik Fischer und Larissa Rexeis. 

Measuring Inclusion - Social Impact sichtbar machen 

Inklusion im Unternehmen messen, um die Erreichung der Diversity-/ DisAbility-Strategie besser überprüfen zu können – klingt großartig, aber wie funktioniert das konkret?
Wie generieren wir wichtige Kennzahlen, die nebenbei auch für die Nachhaltigkeitsberichterstattung relevant sind. Entsprechend des Konzepts von Valuable 500 wurden fünf KPIs genauer betrachtet: Workforce Representation, Goals, Trainings, Employee Resource Groups, Digital Accessibility.
Mit Anna Kraus (PwC), Wolfgang Kowatsch und Anna Herzog  

Instagram, LinkedIn und Co - aber bitte barrierefrei!  

Menschen mit Behinderungen sind eine wichtige Zielgruppe in den sozialen Medien. Damit alle Personen Postings, Reels und Stories gleichermaßen konsumieren können, müssen ein paar Punkte beachtet werden. Inhalte, die über mehrere Sinne erfasst werden können, ausreichende Kontraste und das Nutzen einfach verständlicher Sprache sind nur ein paar der genannten Tipps und Tricks, die Teilnehmer:innen für zukünftiges Posten nutzen können. Mit Werkzeugen für inklusive Sprache und Bildsprache kann außerdem für eine authentische Repräsentation von Menschen mit Behinderungen gesorgt werden. 
Mit Lisa Traxler, Sandra Schmidhofer und Laurenz Miller  

17:30 – Das Abendevent beginnt

Inspirierende Momente, persönliche Geschichten und informative Talks zeichneten den Abend des diesjährigen DCD aus. Bundesminister für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz -  Johannes Rauch und Gregor Demblin eröffneten das Event. Im Anschluss blickten Barbara Redlein (PwC) und Wolfgang Kowatsch auf das erste Jahr des Network Councils zurück. Durch den Abend führte Miriam Labus, Laura Korhonen und Aron Saringer der Band Satuo.

Keynote: Sind Menschen mit Behinderungen und chronischen Erkrankungen die besseren Arbeitnehmer:innen?

Unser Keynote-Speaker Roi Shternin, israelischer Entrepreneur im Gesundheitsbereich und Autor, findet: Auf alle Fälle! Welche wichtige Rolle Personen mit Behinderungen und chronischen Erkrankungen im Berufsleben einnehmen, machte er anhand persönlicher Erlebnisse und Erfahrungen als Gründer zahlreicher Unternehmen im Gesundheitsbereich deutlich. Er betonte das ungenutzte Potenzial und die vielfältigen Fähigkeiten, die durch Inklusion nutzbar gemacht werden können und zeigte auf, wie Unternehmen diese optimal für Innovation und Produktivität nutzen können. Mit Witz und Humor forderte Shternin bestehende Stereotype heraus und hob die Bedeutung von Resilienz und Vielfalt im Arbeitsumfeld hervor. 

Eine inklusive Wirtschaft gestalten – am besten gemeinsam!

Ein anschließender Dialog vertiefte das Thema ganzheitliche Inklusion mit Christine Sumper-Billinger (CFO,Bundesrechenzentrum),  Christoph Mandl (HR-Chef, WKO),  Christian Schinko (Head of Disability Managment, UniCredit Bank Austria), und Alexander Regal (TU Wien). Das rollendiverse Podium ermöglichte einen Blick auf Inklusion in Unternehmen aus unterschiedlichen Blickwinkeln

  • Impulsgebend für das Gespräch war eine Videobotschaft von Christine Steger, Anwältin für Gleichbehandlungsfragen für Menschen mit Behinderungen in Österreich. 

    “Es reicht nicht, wenn sich Unternehmen zur Inklusion von Menschen mit Behinderungen bekennen. Es braucht schon beim Onboarding sowie in allen anderen Prozessen gut geschultes Personal, das weiß, wie inklusive Arbeitsstrukturen geschaffen werden. Am besten lässt sich das herstellen, wenn Menschen mit Behinderungen selbst in diesen Strukturen tätig sind.” 
    Christine Steger (Anwältin für Gleichbehandlungsfragen für Menschen mit Behinderungen) 
  • Konkrete Maßnahmen anstelle von leeren Lippenbekenntnissen– ein Ansatz, über den sich das Podium einig ist. Doch wann ist Inklusion ausreichend in einem Unternehmen verankert? 

    “Ein Unternehmen hat Inklusion dann erfolgreich in die Unternehmenskultur integriert, wenn man nicht mehr darüber reden muss. Wenn es selbstverständlich geworden ist, dass Menschen mit Behinderungen in einem Unternehmen tätig sind. Ich bin der Überzeugung, dass wir es uns nicht leisten können, auf dieses Potenzial zu verzichten.”  Christine Sumper-Billinger (CFO, Bundesrechenzentrum) 
     
  • Vom Einstieg in die Arbeitswelt erzählt Alexander Regal von der TU Wien. An seinem Arbeitsplatz gibt es zahlreiche technische Lösungen für mehr Barrierefreiheit. Dass diese vorhanden sind, hat auch damit zu tun, dass Menschen mit Behinderungen dort tätig sind.  

    "Einbindungsprozesse werden erst durch das Gelebte real.” Alexander Regal  (TU Wien) 
     
  • Ein wichtiges Tool für die Verankerung von Inklusion im Unternehmen ist das Disability Managment. Doch reicht eine Position wie diese aus, um Veränderung zu bewirken? 

    “Wir sehen, dass mehrere Funktionen und Partner notwendig sind, um Disability Managment, Zugänglichkeit und Inklusion nachhaltig erfolgreich umzusetzen. Es braucht das Commitment von CEOs, starke Unterstützung durch HR und gute Kommunikation mit den Mitarbeitenden selbst, unterstützt durch eine Behindertenvertrauensperson.” Christian Schinko (Head of Disability Managment, UniCredit Bank Austria) 
  • Stichwort starke Unterstützung durch HR: Einerseits sollen Menschen mit Behinderungen gezielt in die eigenen Reihen geholt werden, andererseits ist Inklusion auch für bereits bestehende Teams ein wichtiges Thema. 

    “In allen Unternehmen ist es so, dass manche Mitarbeitende im Laufe ihres Lebens eine Behinderung erlangen werden. Damit müssen wir umgehen können.” Christoph Mandl (HR-Chef, WKO) 

 

Aufzeichnung des Abendevents

19:00 – Das Buffet ist eröffnet!

Das abschließende Netzwerken bei Speis und Trank brachte die Gäste zum Erfahrungsaustausch zusammen.  

Vielen Dank an alle, die dabei waren.

Herzlichen Dank außerdem an die Unterstützer:innen des diesjährigen Disability Confidence Day

Fotogallerie DCD 2023

©Florian Wieser/myAbility