Fünf goldene Regeln für inklusives Storytelling

6. Dezember 2016

Inklusives Storytelling hat das Ziel, das Thema Behinderung in die Markenstory – Markenkommunikation aufzunehmen. Behinderung ist nach wie vor mehr Tabu- als Mainstreamthema und mit vielen Emotionen verbunden. Dadurch gibt es noch sehr viel Aufmerksamkeits- und Innovationsraum in Österreich.

Diese 5 Regeln helfen Ihnen, es richtig zu machen

Träumen nicht alle Unternehmen davon, mit einem viralen Video die digitale Welt zu erschüttern? Gerade das Thema Behinderung bringt genug Emotion und gesellschaftliches Tabu mit für Viralität. Aber Achtung, nur auf die Tränendrüse zu drücken, ist nicht mehr zeitgemäß und wird den Machern um die Ohren fliegen.

1. Keine Opfer und keine Heldenbilder zeichnen

Menschen mit Behinderung sind nicht per se „arm“, „nett“ und zu „bemitleiden“. Die erste goldene Regel ist einfach und doch schwer zu umschiffen. Menschen mit Behinderung sollten nicht als Opfer oder Helden, aber auch nicht als Klischee inszeniert werden. Unternehmen sollten hier neue Wege gehen und an einem neuen Bild von „normal“ mitarbeiten, dass auch eine Behinderung inkludiert.

2. „State of the Art“ kennen

Innerhalb der Community von Menschen mit Behinderung und auch der Organisationen zum Thema gibt es einen sich verändernden Diskurs. Die Sprache zum Thema Behinderung wird diskutiert, die Positionen verändern sich. Ein Beispiel: war es in den 80er Jahren noch üblich „Menschen mit besonderen Bedürfnissen“ zu sagen, ist es heute nicht mehr zeitgemäß. Für die Zukunft werden auch schon neue Begriffe diskutiert, vielleicht sagt man 2036 Mutants oder Superhumans?
Respektvoll den Diskurs der Community anzuerkennen und aufzunehmen, ist der richtige Weg für inklusives Storytelling.

3. Unterstützung von ExpertInnen holen

Keiner verlangt von den MarketingexpertInnen, den Diskurs der Community von Menschen mit Behinderung im Detail zu kennen. Organisationen und ExpertInnen zum Thema Behinderung sind die richtigen Ansprechpersonen.
Wenn sie die Community in der Gestaltung bereits involvieren, wird die positive Aufnahme des Themas und auch die Verbreitung durch diese Organisationen und ExpertInnen angeregt.

4. Inszenieren Sie ein Leben mit Behinderung nicht als Beispiel eines schrecklichen Lebens

In einer deutschen Kampagne zur Alkoholprävention von AutofahrerInnen wurde ein Sujet mit einem Unfallauto und einem Rollstuhl davor gewählt. Das Sujet war so inszeniert, als sei die Konsequenz von Alkohol am Steuer das schreckliche Leben als Mensch, der einen Rollstuhl nutzt. Diese Inszenierungen verfestigen das Bild, das ein Leben mit Behinderung ein schlechtes, ein unglückliches Leben ist. Das ist ein absolutes No-Go und entspricht keinem modernen Verständnis eines Lebens mit Behinderung.

5. Erkennen Sie die WIN WIN WIN Situation

Von inklusivem Storytelling können Sie nicht nur profitieren, sondern Sie zeigen auch, das man als Unternehmen Veränderung anstoßen kann. So wird einerseits wird Marke gestärkt, und gleichzeitig ist es auch für die Community von Menschen mit Behinderung wichtig, wie das Thema inszeniert wird. Es geht um Selbstbilder genauso wie um die Ansprache von Menschen mit Behinderung als relevante KundInnen und MitarbeiterInnen. Unternehmen können das gesellschaftliche Bild vom Thema Behinderung verändern.

Best Practice:

Der "Liebe das Leben" Spot von Pago