Convince the management! Nachbericht zum Expert Round Table des DisAbility Wirtschaftsforums

27. November 2018

Wie kann man das Management überzeugen? Wie reagiert man auf typische Aussagen? Diesen Fragen gingen 20 Forumsmitglieder am 22.11. bei einem Business-Frühstück nach. Der Workshop wurde von der internationalen Expertin und CEO von Business DisAbility International, Susan Scott-Parker geleitet.

Susan Scott-Parker eröffnete die Diskussion der TeilnehmerInnen mit einem Input zu allgemeinen Fakten und der Wichtigkeit von Berührungspunkten ein:

Get the facts – get briefed!

Vorbereitung ist alles.
Grundlegende Fakten zur Demografie der Gesellschaft sind Türöffner. Jede Person ist irgendwie von der Behinderungsthematik betroffen.
Basis für Ihre Argumentation bilden Fakten:

  • 15% der Bevölkerung hat eine Behinderung oder einEn AngehörigeN mit Behinderung.
  • 1 von 3 Personen zwischen 50 – 64 hat oder erlangt eine Behinderung.
  • 1 von 3 Menschen mit Behinderung, die in UK arbeiten, sind Fachkräfte.
  • 9% der AbsolventInnen mit ausgezeichnetem Erfolg haben eine Behinderung.
  • 1 Milliarde Menschen weltweit haben eine Behinderung.
Ein Zyklus: The best People lead to higher productivity and reduced costs, lead to innovative product and service offering, lead to outstanding customer relationships, satisfation and retention, lead to stonger stakeholder relations and reputation, lead to the best people....

Business disability interational

5 Schritte zur DisAbility Confidence

  1. Lernen sie zu verstehen, wie das Thema Behinderung ihr Unternehmen beeinflusst: KundInnen, Talent Pools, MitarbeiterInnen, der Markt, Zulieferer, Shareholder und die Öffentlichkeit, in der sie agieren.
  2. Entfernen sie Barrieren für alle Gruppen von Menschen: z.B. Menschen mit Legasthenie können ihren Arbeitsplatz selbst gestalten oder Menschen mit Seheinschränkung können sich online bewerben.
  3. Nehmen Sie kontinuierlich und effizient Anpassungen vor, die es Individuen ermöglichen teilzuhaben – und Zugang zu Waren und Services erhalten.
  4. Denken Sie nicht in Schubladen und schließen von medizinischen Begriffen auf die Fähigkeiten von Menschen.
  5. Holen Sie sich Know-How von ExpertInnen und teilen Sie Ihre Erfahrungen mit anderen Unternehmen, um voneinander zu lernen.
Zwei Bilder nebeneinander: Links: Wolfgang Kowatsch neben Susan Scott Parker; rechts: Susan während des Vortrags

myAbility

The power of best practices and personal experiences

Identifizieren Sie „Champions“ auf Top-Management Ebene, die als Botschafter für das Thema Behinderung eintreten. Vernetzen Sie das Management mit MitarbeiterInnen mit Behinderung. In dem den persönlichen Geschichten dieser MitarbeiterInnnen zugehört wird, schaffen Sie Berührungspunkte, die emotional aufgeladen sind. Get-togethers, Veranstaltungen oder externe Programme, wie das DisAbility Talent Programm, eigenen sich hierfür sehr gut.
Wenn Sie mit Beispielen und Best Practices von MitbewerberInnen oder dem eigenen Unternehmen arbeiten, werden Potenziale auch ihren Vorgesetzten klar.

Good Practice: Andrea Martens-Horvath – DisAbility Management (Verbund)

Frau Martens-Horvath, Diversity and Inclusion Manager, präsentierte in ihrem ExpertInneninput, wie das Management von der Notwendigkeit von DisAbility Recruiting überzeugt wurde. Der Status quo: Verbund übererfüllt die Quote der Beschäftigten mit Behinderung. Gleichzeitig verzeichnet das Unternehmen eine geringe MitarbeiterInnenfluktuation.
Frau Martens-Horvath gab folgende Tipps:

Bedarf kommunizieren

Der Bedarf muss erkennbar gemacht werden, dass Menschen mit Behinderung rekrutiert werden müssen. Hier ist es wichtig, dem Management und Board klar zu machen, dass dies nur der erste Schritt ist. Tatsächlich umgesetzt werden die geplanten Maßnahmen von den Ebenen darunter.

Öffentliches Bekenntnis

Durch das öffentliche Bekennen zu Chartas werden Maßnahmen leichter beschlossen und umgesetzt. Um das Top-Management zu überzeugen, bedarf es viele kleiner kontinuierlicher Schritte, wobei bei Führungskräften anzusetzen ist, die der gesamten Thematik bereits aufgeschlossen gegenüberstehen.

Persönlicher Kontakt

Durch persönlichen Kontakt zu TreiberInnen oder Opinion Leadern aus dem DisAbility Bereich können Berührungsängste abgebaut und Offenheit vorangetrieben werden. Veranstaltungen, wie das Forum Alpbach, Konferenzen und Events sind dabei wichtige Überzeugungstreiber.

Gesetzliche Rahmenbedinungen

Gesetzliche Rahmenbedingungen sind sehr hilfreich bei der Überzeugungsarbeit, da Unternehmen den Anspruch haben, gesetzeskonform zu handeln. In dem das Thema Behinderung in den Diversity Plan des Unternehmens eingegliedert wurde, wurden Maßnahmen vom Top-Management schneller angenommen.

5 Bilder die Impressionen des Frühstücks zeigen.
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Verantwortlichkeiten schaffen

Indem eine eigene Verantwortliche für das Thema Accessibility ernannt wurde, konnte gemeinsam mit unterschiedlichen Blickwinkeln an der Umsetzung gearbeitet werden. Die Aufgabe der HR und CSR Abteilung ist es, die gesetzten und kommenden Maßnahmen in die Breite zu tragen. Erste niederschwellige Maßnahmen für die breite Streuung können zum Beispiel Ferialpraktika sein. Verbund hat gerade einen Trainee der gehörlos ist, und der von der Abteilung sehr gut aufgenommen wurde.

Recruiting Prozess überarbeiten

Ein wichtiger Schritt im Recruiting war, dass offene Stellen zum Beispiel auf der Jobplattform myAbility.jobs ausgeschrieben wurden, und BewerberInnen mit Behinderung vertraut wurde. Es wurde BewerberInnen zugetraut, dass diese ihre Fähigkeiten selbst einschätzen können. Stellenausschreibungen wurden dabei transparenter beschrieben, um erforderliche Leistungen gezielter darzustellen.

This conversation needs to move from huge generalisations about THEM (1 billion and counting) to understanding the proven impact of disability best practices on US.
Susan Scott-Parker, CEO Business DisAbility International

Rückfragen & Kontakt

Sie möchten beim nächsten Round Table dabei sein? Gerne informieren wir Sie über die Forumsmitgliedschaft.

Sebastian Brettl
Mobile: +43 (660) 865 51 50
Sebastian.brettl@myAbility.org
myAbility Social Enterprise GmbH