Corona & Inklusion: Was sind die Learnings und was soll verstetigt werden?

31. März 2021

In einem länderübergreifenden Event zwischen Österreich und Deutschland wurden gemeinsam mit der Politik, Sozialdienstleistern und Best Practice Unternehmen über die Learnings aus der Krise gesprochen. Nach über einem Jahr der Pandemie in Europa zeigte sich, dass die zahlreichen Herausforderungen auch genutzt werden können, um die Inklusion von Menschen mit Behinderungen weiter voranzutreiben: Der Digitalisierungsschub kann die Barrierefreiheit erhöhen, Führungskräfte wurden achtsamer und die Arbeitswelt und -gestaltung wurde individueller und flexibler.

Mitgliedsunternehmen des myAbility Wirtschaftsforums zeigen ihre Learnings und Best Practices

Zahlreiche Speaker folgten der Einladung des Unternehmensforums, des Bundesverbandes Deutscher Berufsförderungsnetzwerke und von myAbility. Mit Microsoft Österreich, den Wiener Stadtwerken und der UniCredit Bank Austria berichteten drei Mitgliedsunternehmen des myAbility Wirtschaftsforums über Ihre Erfahrungen aus dem vergangen Jahr und Ihre Maßnahmen, die Sie für die Inklusion von Menschen mit Behinderungen geschaffen haben. Ingrid Heschl (HR-Managerin) berichtete von ihrer interen Sensibilisierungs- und Ausbidlungs-Offensive in der Belegschaft von Microsoft und setzte Impulse für Unternehmen, die Digitalisierungswelle zu nutzen, um die Barrierefreiheit zu erhöhen:

Bei der Entwicklung von Microsoft-IT-Lösungen sind Menschen mit Behinderung mitbeteiligt. Diese Inclusive Design ermöglicht es Unternehmen, dass alle Office-Produkte bereits standardmäßig zahlreiche Lösungen integriert haben, wie zum Beispiel Live-Untertitelung bei Präsentationen und Conference-Tools.
Ingrid Heschl, HR Managerin, Microsoft Österreich

Auch bei den Wiener Stadtwerken wurde die Barrierefreiheit 2020 ausgebaut. Hans-Jürgen Groß (Konzernbeauftragter für Barrierfreiheit) stellte das Mehr-Sinne-Prinzip im öffentlichen Verkehr vor und betonte, dass es zentral sei in der Krise vor allem auf die psychische Gesundheit der MitarbeiterInnen acht zugeben: "Wir haben ein breites Angebot für unsere Belegschaft geschaffen, um die psychische Belastung für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Zeiten des Lockdowns zu minimieren." Die UniCredit Bank Austria gilt als Vorreiter bei barrierefreien Bank-Services. Christian Schinko (DisAbility Manager) entschied sich dazu die Zielgruppe direkt einzubinden und Feedback zur Corona-Situaion einzuholen:

Die ersten Trends aus unser Umfrage zeigte, dass Menschen mit Behinderungen besonders von der Situation betroffen sind. Zwei Drittel der Befragten gaben an, dass digitale und barrierfreie Angebote immer wichtiger werden, daher arbeiten wir stetig daran, die Barrierefreiheit in unseren Services noch weiter zu erhöhen.
Christian Schinko, Disability Manager, UniCredit Bank Austria

Die deutschen Unternehmen Commerzbank, Audi und dem KMU Porzellanfabrik verdeutlichten, wie wichtig Unterstüzung des Top-Managements ist. Mit Hilfe von Aktionsplänen wird die Inklusion von Menschen mit Behinderungen in die Diversitätsstratgie eingebunden.

Politische Vertreter aus Österreich und Deutschland

Marc Nellen (Bundesministerium für Arbeit und Soziales) appelliert, dass es die Verantwortung der Politik sei, die Rahmenbindungen für Unternehmen zu schaffen und vor allem die Bürokratie für KMUs zu minimieren, die hinderlich für erfolgreiche berufliche Teilhabe sein könnten. Alexander Miklautz (Sozialministerium) stimmte seinen deutschen Kollegen zu und blickt mit etwas Demut auf das vergangen Jahr zurück: "Wir merken zwar, dass die Gruppe der Arbeitssuchende mit Behinderungen weiter steigt, aber wir haben schnell reagiert und es mit Unterstützungen für Unternehmen geschafft, das Niveau der Beschäftigung von Menschen mit Behinderungen im Vergleich zu 2019 zu halten."

Wordcload zur Frage: Was soll verstetigt werden?

Was wird bleiben?

Die Veranstaltung zeigte, dass wir uns in einer volatilen Arbeitswelt befinden und sich der Arbeitsmarkt nachhaltig verändern wird. Julia Moser fasst die gezeigten Eindrück von MitarbeiterInnen mit Behinderungen zusammen. Man sehe, dass sich die Situation unterschiedlich auf jeden Einzelnen auswirkt. Nicht alles sei positiv, aber es komme vorallem darauf an, die positiven Entwicklungen zu erkennen und als Unternehmen zu nutzen. Besonders relevant sei hier die Rolle der Führungskräfte:

Nicht jeder der Menschen mit Behinderungen im Team hat führt automatisch inklusiv. Inklusive Führung bedeutet auf die individuelle Situation von Personen und Teams einzugehen - Und das ist definitiv ein Learning aus der Krise.
Julia Moser, Chief Culture Officer,myAbility

Mit freundlicher Unterstützung unserer Partnerunternehmen

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Logo des Unternehmensforums, Bundesverband Deutscher Berufsförderungsnetzwerke und myAbility

In Kooperation mit

Logo der UniCredit Bank Austria, Wiener Stadtwerke, Microsoft