Inclusive Leadership in Zeiten von Home Office – Die Kunst der digitalen Führung von inklusiven Teams!

1. März 2021

Wie führe ich erfolgreich inklusive Teams, in denen Menschen mit und ohne Behinderungen gemeinsam arbeiten, wenn sich durch die Corona-Pandemie über 85 % der Arbeitszeit in den virtuellen Raum verlagert hat? Beim myAbility-Webinar trugen drei ExpertInnen ihr Wissen zusammen und machten über 200 Führungskräften Mut: Sei achtsam, klar und wertschätzend.

In einem einstündigen Webinar im Rahmen des myAbility Wirtschaftsforums wurden die sechs zentralen Erfolgsfaktoren inklusiver Führung vorgestellt, Beispiele aus der Praxis diskutiert und Bezug zu virtuellen Führungskompetenzen hergestellt.

Das gesamte einstündige Webinar (untertitelt) können Sie hier nachsehen:

Die 6 Erfolgsfaktoren inklusiver Führung

Der Inklusionsexperte Manfred Otto-Albrecht stellte in einem Kurzinput die zentralen Elemente seines Buches „Inklusive Führung – So gelingt die Inklusion von Menschen mit Behinderung im Unternehmen“ vor. Zur Schaffung eines inklusiven Betriebsklimas sei neben den Führungskräften auch das Verhalten der betroffenen Personen selbst, des Teams und der gesamten Organisation von großer Bedeutung.

6 Erfolgsfaktoren inklusiver Führung: Wissen – viel hilft viel!; Der Umgang mit Vorbehalten gelingt; Offenheit und Transparenz; Balance zwischen Normalität und Sonderrolle; Eine Frage der Haltung: Potenziale und/oder Belastung; Alle ziehen an einem Strang!

Eine Umfrage unter den 200 TeilnehmerInnen des Webinars zeigte, dass es in der Praxis am schwersten sei, mit den Vorbehalten von Führungskräften umzugehen (29%) und die Balance zwischen Normalität und der Sonderrolle von Menschen mit Behinderungen (34 %) zu finden.

Michael Aumann, der als CEO von myAbility selbst ein inklusives Team führt bestätigte: „Die häufigste Frage von Führungskräften ist: Was macht das mit meinem Team?“ Daher sei es bei einem inklusiven Führungsstil zentral, dass individuelle Unterstützung nicht nur Menschen mit Behinderungen angeboten wird, sondern auch MitarbeiterInnen ohne Behinderung.

„Es geht immer darum, das gesamte Team im Fokus zu haben.“
Michael Aumann, Geschäftsführer myAbility

Eine Behinderung kann gewisse Spezifika und Anforderungen an den Arbeitsplatz mit sich bringen, aber besonders die Coronapandemie hat gezeigt, dass jede/r sehr unterschiedliche Anforderungen an den Arbeitsplatz hat. Ein Vater mit Kindern im Home Schooling profitiere gleichermaßen von der Frage „Was brauchst du, um gut arbeiten zu können?“ wie jemand der eine Behinderung hat. Das Thema Behinderung sei folglich ein Treiber für die Individualisierung unserer Arbeitsverhältnisse und ein Beschleuniger zur „New World of Work“.

Virtuelle Führungskompetenzen

Beim Remote Leadership geht es nach Organisationsberaterin Sandra Micko weniger um „virtuelle Readiness“ als um den Fokus auf die Menschlichkeit in der Führung. Wenn Führungskräfte ihre Teams erfolgreich aus dem Home Office leiten möchten, dann komme es vor allem darauf an:

  • Vertrauen und Transparenz zu fördern,
  • wertschätzend und klar zu kommunizieren,
  • und Nähe in der Distanz zu schaffen.

All diese Elemente wurden in einer abschließenden Diskussion auch als wesentlich bei der Führung von inklusiven Teams identifiziert. Führungskräfte müssten verstehen, dass sie ihrem Team nicht vorstehen, sondern Teil des Teams sind. Dieses Verständnis schütze auch davor, dass man nicht Partei ergreift, sondern immer das gesamte Team betrachtet.

„Mutig sein, Mensch zu bleiben, Interesse an individuellen Bedürfnissen zu haben und Verantwortung für passende Rahmenbedingungen zu übernehmen, das macht eine inklusive Führungskraft aus“
Sandra Micko, Organisationsberaterin