Nachbericht zu #PurpleLightUp 2019 in Österreich & Deutschland

15. Januar 2020

Am 3. Dezember 2019, dem Internationalen Tag der Menschen mit Behinderung, haben wir mit der Kampagne #PurpleLightUp gemeinsam ein starkes Zeichen für #DisAbilityConfidence und die ökonomische Selbstbestimmung von Menschen mit Behinderung gesetzt. Viele Unternehmen, Organisationen und politische Institutionen, Menschen mit und ohne Behinderung nahmen in Österreich und Deutschland teil.

Josefsplatz in Wien lila beleuchtet, Text: PurpleLightUp powered PurpleSpace supported by myAbility
PurpleLightUp 2019 - Lila Josefsplatz in Wien

Mit lila beleuchteten Gebäuden, Veranstaltungen, Infoaktionen, lila gekleideten MitarbeiterInnen, lila gefärbten Websites und mit Beiträgen auf Social Media wurde unter dem Hashtag #PurpleLightUp der wirtschaftliche Beitrag von Menschen mit Behinderung gefeiert und sichtbar.

Julia Moser, Senior Director bei myAbility, ist eine der BotschafterInnen der Kampagne, die 2017 von Kate Nash und PurpleSpace in Großbritannien gestartet wurde. Mit unserem Aufruf konnten wir viele Organisationen zur Teilnahme bewegen und dem Thema zu mehr Sichtbarkeit verhelfen.

Julia Moser - PurpleLightUp Ambassador, myAbility "Although an impressive 15 million people with disabilities live in Austria, Germany and Switzerland, most of them are invisible. I am delighted to see #PurpleLightUp reaching the area in 2019, encouraging businesses and employees to proudly celebrate International Day of Persons with DisAbilities!"
Obwohl in Europa mehr als 15 Millionen Menschen mit Behinderung leben, bleiben diese meist unsichtbar. Menschen mit Behinderung leisten jedoch wertvolle wirtschaftliche Beiträge und sind eine relevante Zielgruppe. Wir müssen gemeinsam Barrieren beseitigen, die BewerberInnen, MitarbeiterInnen und KundInnen noch immer daran hindern, selbstbestimmt am Wirtschafts- und Arbeitsleben teilzuhaben.
Julia Moser, Senior Director bei myAbility

Lila Hofburg und Veranstaltung des Parlaments

Besondere Aufmerksamkeit und öffentlichen Sichtbarkeit erhielt die Kampagne aufgrund der Unterstützung der wichtigsten demokratischen AmtsträgerInnen Österreichs: So beteiligten sich sowohl Bundespräsident Alexander Van der Bellen, Bundeskanzlerin Brigitte Bierlein wie auch die NationalratspräsidentInnen an der #PurpleLightUp-Kampagne. Am 3.12. wurden deshalb die Bundespräsidentschaftskanzlei, das Bundeskanzleramt und das Ausweichquartier des Österreichischen Parlaments am Josefsplatz lila beleuchtet.

Darüber hinaus organisierte das Österreichische Parlament im Rahmen von #PurpleLightUp eine Auftaktveranstaltung am Vorabend zum Internationalen Tag der Menschen mit Behinderung. Zu dieser hatte Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka gemeinsam mit Zweiter Nationalratspräsidentin Doris Bures, Drittem Nationalratspräsidenten Norbert Hofer sowie Bundesratspräsident Karl Bader eingeladen und zum Thema „Ökonomische Selbstbestimmung als Schlüssel zur Inklusion" ein Podium mit SprecherInnen aus Interessensvertretungen, Wirtschaft und Politik eingeladen.

Fotos der Parlamentsveranstaltung am 2.12. im Rahmen von PurpleLightUp. Lila beleuchteter Veranstaltungsraum mit Publikum und Podium. U.a. mit Wolfgang Sobotka, Brigitte Bierlein, Martin Essl
Parlamentsveranstaltung im Rahmen von PurpleLightUp. Bild 1: (c) Parlamentsdirektion/Thomas Topf

In seiner Begrüßung betont der erste Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka Inklusion als wichtigen Faktor zum gesellschaftlichen Zusammenhalt, welcher Tag für Tag - auch über den 3. Dezember hinaus - mit Leben erfüllt werden muss.

Die Keynote wurde von Saliya Kahawatte - Unternehmensberater, Buchautor und Keynotespeaker, gehalten, der von seinem außergewöhnlichen Lebensweg erzählte. In der anschließenden Podiumsdiskussion wurden vielschichtige Aspekte wie etwa die Situation am Arbeitsmarkt, der Bereich Förderungen und die Bildungs- und Inklusionssituation, aber auch technologische Möglichkeiten thematisiert. Hierzu diskutierten Martin Essl (Zero Project), Herbert Pichler (Österreichischer Behindertenrat), Kira Grünberg (ÖVP-Nationalratsabgeordnete) und Christian Keimel (Microsoft).

Link zur Presseaussendung

Video zur Veranstaltung

Lila Gebäude und Events von inklusiven Unternehmen

Mit beleuchteten Gebäuden sowie internen und externen Kommunikationsinitiativen warfen Vorreiter im Bereich DisAbility Management ein Licht auf die ökonomische Selbstbestimmung von MitarbeiterInnen und KundInnen mit Behinderung und zeigten ihre Wertschätzung für deren wirtschaftlichen Beitrag. Unternehmen wie Verbund, die UniCredit Bank Austria oder Takeda sind bereits seit Jahren in diesem Bereich aktiv und als Mitglieder im myAbility Wirtschaftsforums, Partner des myAbility Talent Programms oder durch ihr aktives DisAbility Recruiting auf myAbility.jobs authentische Vorbilder im Bereich Barrierefreiheit und Inklusion.

Bild 1: Lila beleuchtetes VERBUND Kraftwerk in Wien Freudenau; Bild 2: Give-Aways: Tasse, Gummiente und Infomaterial zu PurpleLightUp
VERBUND Kraftwerk Wien-Freudenau und MitarbeiterInnengeschenke im Rahmen von PurpleLightUp © Johannes Wiedl

VERBUND

Das in Österreich führende Stromunternehmen VERBUND beteiligte sich mit vielen verschiedenen lila Aktionen an der Kampagne. Besonders auffallend war die Beleuchtung des Kraftwerks Wien-Freudenau. Violettes Licht erstrahlt jedoch auch in den Räumen der Konzern-Zentrale am Hof. In Kooperation mit voifesch wurden an alle MitarbeiterInnen Tassen verteilt - mitsamt Informationen zu #PurpleLightUp.

Es geht uns mit diesen Maßnahmen nach innen wie nach außen darum, den Beitrag von Menschen mit Behinderung zum Unternehmenserfolg sichtbar zu machen.
Wolfgang Anzengruber, CEO VERBUND

UniCredit Bank Austria

Die UniCredit Bank Austria, führend im Bereich barrierefreie Finanzdienstleistungen und Principal Partner des myAbility Wirtschaftsforums, färbte seine Website am 3.12. lila und informierte die Öffentlichkeit online und mit einer Presseaussendung über #PurpleLightUp. Die Filialmitarbeiter trugen an diesem Tag Aufkleber, bei den SB-Geräten und in Foldern in den Filialen konnte man Wissenswertes über die barrierefreien Service-Angebote der Bank erfahren.

Ein besonderes Highlight war der UniCredit Tower in Mailand. Das höchste Gebäude Italiens, ein Wahrzeichen der Stadt Mailand und Unternehmenssitz der UniCredit, erstrahlte an diesem Tag violett.

Bild 1: Gregor Demblin und Robert Zadrazil, Bild 2: UniCredit Tower in Mailand
Bild 1: Gregor Demblin und Robert Zadrazil (©)Lukas Bezila/UniCredit Bank Austria, Bild 2: UniCredit Tower in Mailand ©UniCredit
„Indem wir am dritten Dezember unser vielfältiges Engagement zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung in den Mittelpunkt stellen, wollen wir auch andere dazu anregen, ihre Möglichkeiten zu nutzen, sich tatkräftig für eine barrierefreie Gesellschaft einzusetzen.“
Robert Zadrazil, Vorstandsvorsitzender der UniCredit Bank Austria

Takeda

Takeda, ebenfalls Mitglied des myAbility Wirtschaftsforums und wiederholtes Partnerunternehmen für unser myAbility Talent Programm, setzte sichtbare Zeichen für Menschen mit Einschränkungen im Unternehmen. Die firmeninterne Resource Group EnAble stellte im Namen der Inklusion und Diversität ein interaktives Programm zusammen, um sich in die Welt der Menschen mit Behinderungen hineinzuversetzen. Besprechungen im Dunkeln, unterhaltsame Übungen in Gebärdensprache und Erlernen des Fingeralphabets waren ebenso Teil des Programms, wie allgemeine sowie wissenschaftliche Informationen über Autismus und andere Formen der Beeinträchtigung.

„Das Meeting im Dunkeln ist bei unseren KollegInnen sehr gut angekommen. Unsere Leiterin des betrieblichen Gesundheitsmanagements schlug sogar eine Wiederholung dieser Aktivität vor. Es ging uns an diesem Tag nicht nur darum, die Welt der Menschen mit Einschränkungen vorzustellen, sondern vor allem darum, das Bewusstsein innerhalb unserer Belegschaft zu stärken. Mit unseren beleuchteten Gebäuden stehen wir klar für Chancengleichheit und Barrierefreiheit.“ Christian Bugl, TRG EnAble Lead bei Takeda

Takeda Gebäude lila beleuchtet
Takeda Gebäude lila beleuchtet © Takeda

Weitere TeilnehmerInnen

Die Oesterreichische Nationalbank wurde ebenfalls lila beleuchtet und die MitarbeiterInnen versammelten sich mit Luftballons für ein Gruppenbild vor der Österreichischen Nationalbank.

Die Niederösterreichischen Gebietskrankenkassen (NGÖKK) machte in ihren KundInnenzentralen mit Plakaten und lila Luftballons auf die Kampagne aufmerksam.

Sehr engagiert beteiligten sich die Töchter der REAKTIV Unternehmensgruppe. Am 3.12. fanden in allen Projekten von Context (Wien10) und Trendwerk (Wien14) „lilafarbene Events“ statt. "Mit diesen Aktionen setzen wir nach außen sichtbare Zeichen, welchen unverzichtbaren Anteil Menschen mit Behinderung an der Wirtschaft in Österreich haben. Wir wissen das, denn durch unsere tägliche Arbeit wissen wir um die Leistungsfähigkeit, das Engagement und die Motivation von Menschen mit Behinderung. Mit der aktiven Teilnahme an der Aktion #PurpleLightUp unterstreichen Context und Trendwerk auch ihren vorurteilsfreien und modernen Zugang zu den Leistungen von Menschen mit Behinderung. Auch die Homepages von Context und Trendwerk erstrahlten am 3.12.2019 in Lila."

Collage von PurpleLightUp Aktionen
PurpleLightUp 2019 - Collage: discovering hands, Trendwerk, NEBA, Oesterreichische Nationalbank

Auch einige unserer Partnerunternehmen in Deutschland folgten unserem Aufruf.

Bei Axel Springer in Berlin wurde der Internationale Tag der Menschen mit Behinderung erstmals mit einem umfassenden Programm in der Axel Springer Passage gewürdigt. Ziel der OrganisatorInnen war es, für unterschiedliche Behinderungen zu sensibilisieren und zu einer Reflektion in Bezug auf das Thema anzuregen. Neben Informationsständen in der der Passage gab es einige Vorträge, die die Breite des Themas Behinderung deutlich machten. Mit einem lila leuchtenden Banner auf ihrem Hochhaus setzen sie öffentlich sichtbar ein Zeichen für Disability Confidence und das Engagement für eine inklusive und barrierefreie Wirtschaft.

Bei Siemens erstrahlten mehrere Standorte in Deutschland in lila, unter anderem das Hauptgebäude in Berlin.

#PurpleLightUp - Twitter-Trend in Österreich

Durch die zahlreichen Beiträge mit dem Hashtag #PurpleLightUp in den Sozialen Netzwerken wie Facebook, Twitter, Instagram oder LinkedIn war auch im Internet eine breite Sichtbarkeit für die Rechte und Anliegen von Menschen mit Behinderung möglich. Am 3.12. war #PurpleLightUp sogar ein Trend in den österreichischen Twitter-Trends und mit tausenden Tweets eines der wichtigsten Schlagworte bzw. Themen des Tages auf Social Media.

Mit Fotos, Videos und Statements beteiligten sich unter anderem der Österreichische Behindertenrat, Multiple Sklerose Gesellschaft Österreich, die WAG - Wiener Assistenz Gesellschaft, REWE International AG, PWC, die AUVA, Card Complete, Die Österreichische Nationalbank, Sandoz, das Technische Museum in Wien, die Arbeitsassistenz Tirol, Netzwerk Berufliche Assistenz, Atempo, Unsichtbare Behinderungen, Austria Wirtschaftsservice, discovering hands, Das Band, Jugend am Werk.

Wir danken allen #PurpleLightUp TeilnehmerInnen, dass sie einen offenen und selbstverständlichen Zugang zum Thema Behinderung vorleben und dafür eintreten, Barrieren zu beseitigen, die BewerberInnen, MitarbeiterInnen und KundInnen noch immer daran hindern, selbstbestimmt am Wirtschafts- und Arbeitsleben teilzuhaben. Nach diesem ersten Durchlauf im deutschsprachigen Raum freuen wir uns bereits jetzt auf den 3.Dezember 2020!

Mehr Fotos von PurpleLightUp 2019 finden Sie in der Fotogalerie auf unserer Facebookseite