Barrierefreiheit - Schönbrunn Group

Ausgangslage

Die Schönbrunn Group zählt mit ihren vier Standorten und jährlich rund 4,8 Millionen Besucher:innen zu den bedeutendsten Kulturbetrieben Österreichs. An Standorten wie Schloss Schönbrunn, dem Sisi Museum, dem Möbelmuseum Wien und Schloss Hof bietet das Unternehmen historische Erlebnisse und Kultur auf höchstem Niveau. Mit über 600 Mitarbeitenden trägt das Unternehmen Verantwortung für ein hochwertiges, barrierearmes Besucher:innen-Erlebnis sowie für ein inklusives Arbeitsumfeld.

Als imperiale Gastgeberin mit internationalem Publikum will die Schönbrunn Group allen Gästen ein möglichst barrierefreies Besuchserlebnis ermöglichen – unabhängig von Behinderungen oder gesundheitlichen Einschränkungen. Gleichzeitig zeigte sich, dass Barrierefreiheit bis dato nur punktuell umgesetzt wurde und eine ganzheitliche, standortübergreifende Bestandsaufnahme fehlte. Hinzu kam, dass die historische Bausubstanz der Standorte besondere Anforderungen stellte, da denkmalgeschützte Gebäude bauliche Eingriffe nur in begrenztem Umfang zulassen.

Zielsetzung

Ziel der baulichen wie der digitalen Barrierefreiheits-Audits war es, den aktuellen Status quo der Standorte Schloss Schönbrunn, Schloss Hof und Möbelmuseum Wien systematisch zu erfassen. Auf Basis dieser fundierten Bestandsaufnahme sollten konkrete, priorisierte Handlungsempfehlungen entwickelt werden, die eine nachhaltige und standortübergreifende Weiterentwicklung der Barrierefreiheit ermöglichen.

  • Alt-Text: Porträt eines lächelnden Mannes mit kurzen grauen Haaren und Brille. Er trägt ein schwarzes Hemd und ein blaues Sakko.

    Florian Felder (Leiter der Stabstelle Strategie & Entwicklung, Prokurist der Schönbrunn Group): Barrierefreiheit ist für die Schönbrunn Group weit mehr als eine gesetzliche Verpflichtung – sie ist ein zentraler Bestandteil unseres Qualitätsanspruchs und unseres Verständnisses von Gastfreundschaft. Externe Expertise hilft uns dabei, den eigenen Blick zu erweitern, Potenziale zu erkennen und nachhaltige Verbesserungen umzusetzen, die unseren Gästen wie auch unseren Mitarbeitenden zugutekommen.

Zusammenarbeit mit myAbility

Im Rahmen des Projekts wurden Vor-Ort-Begehungen an drei Standorten durch ein Expert:innen-Team von myAbility durchgeführt. Ergänzend dazu erfolgte ein digitales Audit der Ticket-Plattform sowie ausgewählter Website-Bereiche. So wurde der Ist-Stand der Barrierefreiheit entlang der Besucher:innen-Journey analysiert, von der digitalen Informationssuche über die Buchung bis hin zum physischen Erlebnis vor Ort.

Ein besonderes Merkmal der Methodik war die Einbindung von Menschen mit Behinderungen als Expert:innen in eigener Sache. Durch diesen inklusiven Ansatz wurden praxisnahe Perspektiven sichtbar, die über die rein normative Prüfung hinausgehen und den konkreten Mehrwert für Besucher:innen und Mitarbeitende gleichermaßen aufzeigen.

Ergebnisse & Social Impact

Die Audits haben der Schönbrunn Group nicht nur konkrete Handlungsempfehlungen geliefert, sondern auch den Blick auf Barrierefreiheit als strategisches Thema nachhaltig verändert. Die Ergebnisse umfassen eine standortübergreifende Dokumentation bestehender Barrieren, eine priorisierte Maßnahmenliste für bauliche und digitale Verbesserungen sowie Empfehlungen für eine barrierefreiheitssensible Kommunikation mit Gästen und Mitarbeitenden.

Ein wesentliches Ergebnis des Projekts ist die Erkenntnis, dass Barrierefreiheit künftig von Beginn an in alle relevanten Planungs- und Entscheidungsprozesse eingebunden werden soll. Denn Barrierefreiheit stärkt nicht nur die Qualität der Angebote, sondern auch die Vielfalt und Zufriedenheit der Gäste sowie der Mitarbeitenden.

Durch die Einbeziehung von Menschen mit Behinderungen im Audit-Prozess wurde ein Beitrag zur tatsächlichen Teilhabe geleistet – nicht nur als Zielgruppe, sondern als aktive Gestalter:innen barrierefreier Räume. Die gewonnenen Erkenntnisse fließen direkt in die Weiterentwicklung des Besucher:innen-Erlebnisses ein und leisten damit einen messbaren Beitrag zur gesellschaftlichen Inklusion.
 

Key Learnings

  • Früh einbinden zahlt sich aus: Werden Barrierefreiheits-Expert:innen bereits in der Planungsphase berücksichtigt, lassen sich Maßnahmen kostengünstiger und wirkungsvoller umsetzen.
  • Priorisierung ermöglicht Umsetzbarkeit: Ein gestuftes Maßnahmenpaket erlaubt es, auch unter historischen und budgetären Rahmenbedingungen schrittweise Fortschritte zu erzielen.
  • Partizipation schafft Akzeptanz: Die gemeinsame Workshop-Arbeit mit den Fachbereichen hat das Bewusstsein für Barrierefreiheit im Unternehmen deutlich gestärkt.
  • Ganzheitliche Perspektive ist entscheidend: Erst die Kombination aus baulichem und digitalem Audit macht die vollständige Customer Journey barrierefrei erlebbar.

 

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