#PurpleLightUp 2021 – immer mehr österreichische Unternehmen werden inklusionsfit

24. November 2021

Am 3. Dezember, dem Internationalen Tag der Menschen mit Behinderungen, findet weltweit die Kampagne #PurpleLightUp statt. In Österreich erstrahlen an diesem Tag prominente Gebäude wie das Parlament, der UNIQA Tower oder ein VERBUND Kraftwerk in Lila, um sich mit der wirtschaftlichen Selbstbestimmung von Menschen mit Behinderungen zu solidarisieren.

Lila beleuchtete Gebäude - Allianz Stadion, VERBUND Kraftwerk, Josefsplatz und Minoritenplatz in Wien, UNIQA Gebäude, Siemens Headquarter, Postgebäude Wien, Justizministerium Wien

Pressemitteilung myAbility, 24.11.2021

Von „Purple Light Up“ zu gelebter Inklusionskultur

Knapp 30 namhafte Unternehmen und Organisationen wie IKEA, Österreichische Post AG, Wirtschaftskammer Wien, PremiQaMed oder die UniCredit Bank Austria bekennen 2021 Farbe und rufen dazu auf, mehr inklusive Maßnahmen zu setzen. Die Aktionen reichen dabei von Beiträgen auf Social Media, über Online-Events und internen Workshops bis hin zu lila eingefärbten Webauftritten und Gebäudebeleuchtungen.

Das Thema Inklusion von Menschen mit Behinderungen macht immer noch viele Unternehmen – gerade am Anfang – unsicher. Umso wichtiger ist es, mit sichtbaren Aktionen wie #PurpleLightUp darauf aufmerksam zu machen und zu zeigen: Inklusion ist längst kein Charity-Thema (mehr).

Inklusion betrifft uns alle! Menschen mit Behinderungen leisten wertvolle wirtschaftliche Beiträge und sind eine relevante Zielgruppe. Inklusionsprozesse rechnen sich – nicht nur für die Mitarbeitenden, sondern auch für die Unternehmen.
Julia Moser, Purple Light Up-Botschafterin & Head of Inclusion bei myAbility.

Julia Moser freut sich über die namhafte und rege Beteiligung an #PurpleLightUp, denn dies ist oft der Einstieg in einen inklusiven Gesamtprozess, der oft recht schnell zu Win-Win-Win-Situationen führt.

Ungenutztes Potenzial für den Unternehmenserfolg

Was die wenigsten Unternehmen zu Beginn eines solchen Prozesses wissen: Meist beschäftigen sie bereits Menschen mit Behinderungen, ohne dass dies bekannt ist. Unsichtbar bleiben diese vor allem dann, wenn Unternehmen nicht bewusst hinschauen, ehrliche Schritte zur Förderung eines inklusiven Arbeitsumfelds setzen und Mitarbeitende zu offener Kommunikation motivieren.

Nicht hinzuschauen bedeutet nicht nur, eine gesellschaftliche Tatsache zu ignorieren, sondern auch vorhandenes Potenzial für den Unternehmenserfolg brachliegen zu lassen. Schon kleine Schritte können viel bewirken. Diese sollten jedoch später im Gesamtkonzept Sinn ergeben, deswegen ist professionelle Beratung meist sinnvoll.
Julia Moser, Purple Light Up-Botschafterin & Head of Inclusion bei myAbility.
Lila beleuchteter Minoritenplatz in Wien; "Be Part of the Inclusion Revolution # PurpleLightUp", 3.Dezember
PurpleLightUp - Be Part of the Inclusion Revolution

Wie Inklusionsschritte konkret aussehen können, zeigen zwei sehr unterschiedliche Unternehmen: Die Wiener Digitalagentur LIMESODA mit knapp 50 Mitarbeitenden und das Einrichtungsunternehmen IKEA Österreich sind heuer durchgestartet.

IKEA: Aktives Recruiting von Menschen mit Behinderungen

Ikea entwickelt als neues Partnerunternehmen des myAbility Wirtschaftsforum eine inklusive Unternehmenskultur.

Inklusion bedeutet für uns nicht nur, dafür zu sorgen, dass sich unsere Kundinnen und Kunden in unseren Einrichtungshäusern zurechtfinden. Es bedeutet auch, dass wir als Arbeitgeber eine Basis schaffen wollen, damit unterschiedliche Menschen einen guten Arbeitsplatz vorfinden und sich wertgeschätzt und unterstützt fühlen.
Maimuna Mosser, Country Commercial Managerin bei Ikea Österreich

Den Anfang machte ein klares Bekenntnis von IKEA, dass das Unternehmen alle Menschen mit Behinderungen willkommen heißt, sowohl als Kund:innen als auch als Mitarbeitende. Mit ersten Maßnahmen wurde im Recruiting begonnen. So werden Stellenausschreibungen automatisch mit der Jobplattform myAbility.jobs verlinkt. Das bedeutet, dass sämtliche Jobs aktiv an Menschen mit Behinderungen gerichtet werden. Außerdem nahmen alle Recruiter:innen an Schulungen teil, um sich über Vorurteile bewusst zu werden.

Auf sprachlicher Ebene findet derzeit ein offener Austausch statt, wie inklusiver kommuniziert werden kann. Diese Schritte sind ein wichtiger Anfang. „Ikea profitiert von einer inklusiven Unternehmenskultur, weil wir bessere Lösungen und umfassendere Angebote erarbeiten können, wenn wir mit sehr unterschiedlichen Blickwinkeln arbeiten“, ist Mosser überzeugt.

LIMESODA setzt auf barrierefreies Webdesign

Ebenfalls durchgestartet ist die Wiener Digitalagentur LIMESODA.

Für uns ist Inklusion eine Win-Win-Situation. Wir können dadurch mehr qualifizierte Mitarbeitende am Arbeitsmarkt erreichen, können unser Angebotsspektrum vergrößern und mehr Menschen ansprechen.
Philipp Pfaller, Geschäftsführer LIMESODA

Kund:innen zu barrierefreien Websites und Webshops beraten zu können – und dabei mit gutem Beispiel voranzugehen – war der erste wichtige Punkt. Das Unternehmen bietet Website-Checks und Usability Tests sowie die Einführung von digitaler Barrierefreiheit. Auch die eigene Website orientiert sich nach internationalen Standards wie die WCAG.

Im Recruiting sucht LIMESODA nun über myAbility.jobs gezielt Bewerber:innen mit Behinderungen. Erste Schritte setzt LIMESODA auch im Arbeitsalltag. Mitarbeitende absolvieren Kurse zum Thema Inklusion und eine interne Dokumentation legt den Umgang mit Inklusion fest. Dabei geht es zum Beispiel um eine Sprache, die alle Mitarbeitenden einschließt. Pfaller: „Im Grunde ist es sehr einfach: Wer zu LIMESODA kommt – sei es als Kund:in oder Mitarbeiter:in – soll sich als Mensch wohlfühlen.“

Es kommt nicht auf die Größe an

„Diese Beispiele zeigen, dass es nicht auf die Größe ankommt. Es ist für jedes Unternehmen möglich, Schritt für Schritt inklusiv zu werden. Und es lohnt sich für jedes Unternehmen“, fasst Julia Moser von myAbility zusammen. „Die wirtschaftliche Selbstbestimmung von Menschen mit Behinderungen, das eigentliche Ziel von #PurpleLightUp, ist ein Thema, von dem nachweislich die ganze Wirtschaft profitiert. Wir müssen gemeinsam Barrieren beseitigen, um mehr Chancengerechtigkeit und Teilhabe am Wirtschafts- und Arbeitsleben zu ermöglichen.“

Weitere Informationen:

www.myAbility.org/news/purplelightup

Fotos – Abdruck honorarfrei unter Angabe des jeweiligen Copyrights

Lila beleuchtetes Verbund-Kraftwerk an der Donau. Im Hintergrund Wien bei Nacht.
Lila beleuchtetes Verbund-Kraftwerk im Rahmen von #PurpleLightUp

Über #PurpleLightUp

PurpleLightUp ist die größte globale Bewegung, die die wirtschaftlichen Beiträge von Mitarbeitendenmit Behinderungen feiert. Die 2017 durch PurpleSpace-Gründerin Kate Nash eingeführte globale Kampagne setzt am 3.12., dem Internationalen Tag der Menschen mit Behinderung, rund um die Welt ein sichtbares Zeichen. Symbolisch wird die Farbe Lila in unterschiedlichen Aktionen verwendet. #PurpleLightUp macht auf die ökonomische Selbstbestimmung, wirtschaftliche Teilhabe und den Beitrag von Menschen mit Behinderung aufmerksam.

Teilnehmende Unternehmen und Organisationen in Österreich:

Markas GmbH, Schultz Gruppe, UniCredit Bank Austria, Bipa, Raiffeisen Bank International, Erste Bank, PremiQaMed, EY Österreich, Zürich Versicherungs-Aktiengesellschaft, equalizent, UNIQA Insurance Group AG, WK Wien, Caritas der Erzdiözese Wien, Oesterreichische Nationalbank, Österreichische Post AG, Parlament, Essl Foundation, UN-Women, VERBUND, AMS Wien, Lebenshilfe Judenburg, LIMESODA, SD Worx, IKEA Austria GmbH, medianet group, Wirtschaftskammer Wien, brutkasten, Verein Ohrenschmaus, Jugend am Werk, Österreichischer Behindertenrat

Zur Übersicht der Partnerunternehmen des myAbility Wirtschaftsforum

Logo myAbility

Über myAbility

myAbility ist eine innovative, soziale Unternehmensberatung, die Unternehmen hilft, die Potenziale von Menschen mit Behinderungen als Kund:innen und Mitarbeiter:innen zu nutzen. Gegründet wurde sie 2014. Gemeinsam mit den Unternehmen entwickeln sie Inklusionsstrategien – von DisAbility Management, Prozess- und Organisationsberatung bis hin zu Trainings und Usability Tests. Zudem betreibt myAbility mit dem myAbility Wirtschaftsforum ein bedeutendes B2B-Netzwerk, die inklusive Jobplattform myAbility.jobs und das myAbility Talent® Programm in Wien, Berlin, München, Frankfurt und Zürich. Das Unternehmen beschäftigt heute mehr als 30 Mitarbeiter:innen.

Rückfragehinweis:
Himmelhoch PR, Mag. Claudia Resch
Tel: +43 676 775 18 44
Mail: claudia.resch@himmelhoch.at